Der Wettbewerb unter den Handwerksunternehmen der Region, der im Frühjahr 2009 stattfand, ist „der Startschuss unserer gemeinsamen Energieeffizienz-Initiative mit der RheinEnergie", erläutert Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Er erinnert daran, dass das Energieversorgungsunternehmen bereits bei der Handwerksmesse „Haus und Wohnen" im November 2008 Partner des Kölner Handwerks war; zudem unterstütze die RheinEnergie das von der Handwerkskammer gegründete Internet-Portal „www.energieforum-nrw.de", das Handwerksbetriebe und Verbraucher über Wege zur Energieeinsparung informiert.
Bei der Preisverleihung weist Dr. Dieter Steinkamp, Vertriebsvor-stand der RheinEnergie, darauf hin, dass sein Unternehmen ne-ben der Förderung der Energieeffizienz bei den Kunden die Fernwärmeversorgung stärker als geplant ausbauen werde und die Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen voran treibe. 2008 hat die RheinEnergie den Klima-Kreis Köln ins Leben geru-fen, in dem Vertreter aus der Wissenschaft, aus Industrie und Handwerk usw. zusammenarbeiten. Für die Förderung von Pilotprojekten zur Energieeinsparung stellt die RheinEnergie für die kommenden fünf Jahre insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung.
Handwerksunternehmen aus den Bau- und Ausbaubranchen bie-ten Immobilieneigentümern vielfältige Maßnahmen zur Energie-einsparung an. Wer hierbei um Kunden wirbt, sollte im eigenen Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen, das ist der Hintergrund zu dem Wettbewerb um Energieeinsparung im Handwerksbetrieb. Besonders eindrucksvolle Einsparungserfolge ermöglicht der Neubau eines Betriebsgebäudes, die beiden Unternehmen, die von der Jury mit dem zweiten Preis bedacht wurden (Borne-mann GmbH und Wäscherei Colonia), sind noch ganz frisch an ihrem jetzigen Standort.
Die Bornemann GmbH, die auf Graviertechnik sowie Fräs- und Erodiertechnik und Laserbeschriftung für Automobil-, Werkzeug- und Werbebranchen spezialisiert ist, wurde im Herbst 2008 von Remscheid nach Wermelskirchen verlagert. Beim Neubau im Wermelskirchener Unternehmenspark wurde Wert darauf gelegt, dass die bei der Produktion entstehende Abwärme, die früher un-genutzt nach draußen abgeleitet wurde, zur Erzeugung von Heiz-kraft und Warmwasser eingesetzt wird. So werden die Heizkosten um bis zu 80 Prozent reduziert.
Die Wäscherei Colonia, die bis Ende 2008 in Köln-Stammheim ansässig war, konnte mit der Verlagerung nach Köln-Marsdorf die Betriebsfläche erweitern und die Produktionsabläufe erheblich verbessern, was der Energiebilanz zugute kommt. Beispielsweise wurde die Trockenzeit der Wäsche von 25 auf 18 Minuten ge-senkt. Die Nutzung der Abwärme spart Heizkosten ein. Am neuen Standort ist die Firma näher an ihren Kunden, dadurch sparen die Lieferfahrzeuge erheblich Kraftstoff (Einsparung bis zu 20 Pro-zent).
Mit dem ersten Preis wird die Tischlerei Clemens Huber GmbH aus Neunkirchen-Seelscheid, die auf Industriemöbel spezialisiert ist, geehrt. Die Jury zeigte sich beeindruckt, dass ein kleinerer Betrieb - die Tischlerei hat fünf Mitarbeiter - auch an einer älteren Produktionshalle vielfältige, nachhaltig wirkende Maßnahmen zur Energieeinsparung vornehmen konnte: Wärmedämmung des Daches und der Außenwände, Einbau neuer Fenster und Türen, neue Spänebefeuerung, Einrichtung einer Solarstromanlage, Nut-zung der Abwärme im Lackierraum, Leuchtstofflampen mit Bewegungsmeldern usw. Die Ölheizung, die bis dahin jährlich rund 4.500 Liter verbraucht hatte, ist 2008 komplett stillgelegt worden.



