Remscheid
Artikel vom:
13.02.2008
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Firma Bornemann kehrt Remscheid den Rücken zu
Von Christoph Elles
Vorsichtig wählt Michael Wisniewski seine Worte.
Jegliche Emotionen möchte der Unternehmer bewusst zurückhalten; nur
selten wird zwischen den Zeilen sein Ärger spürbar: "Für mich war es
schon frustrierend, wie das gelaufen ist", sagt der Geschäftsführer der
Firma Bornemann.
Mit seinen rund 20 Mitarbeitern zieht er im Sommer
nach Wermelskirchen. Während damit in Remscheid eine fast 50-jährige
Firmentradition endet, beginnt im Industriegebiet Ostringhausen an der
A 1 ein neues Kapitel.
Auf 2000 Quadratmetern hat die Bornemann GmbH dann endlich den
lange benötigten Platz. "Wir saßen auf heißen Kohlen", erklärt Michael
Wisniewski, dessen Schwiegervater die Firma 1961 gegründet hat. Aus dem
Handwerksbetrieb ist ein modernes Unternehmen geworden, das seine
Erfolgsgeschichte nun jenseits von Remscheid fortschreibt.
"Frustrierend" ist das deshalb, weil Wisniewski gern der Wiege
der Firma im Remscheider Südbezirk treu geblieben wäre. Nach eigenen
Angaben hatte er dafür "positive Signale" aus der Stadtverwaltung
empfangen. Seit März 2006 befand sich der Geschäftsführer in Gesprächen
über einen Neubau nahe am jetzigen Standort: "Alle Behördenvertreter
haben mir Zustimmung signalisiert."
Also investierte die Firma viel Geld in Planungen und Anträge,
die EWR angeblich 150 000 Euro in die Stromversorgung. Doch Mitte
2007 kippte laut Wisniewski "ohne erkennbare Gründe" die Stimmung im
Bauamt: Bei einem Ortstermin im September wurde deutlich, dass der
Landschaftsschutz dem Vorhaben entgegen steht: "Den Termin, den ich ein
paar Tage später mit der Oberbürgermeisterin hatte, habe ich dann
abgesagt", erklärt Wisniewski.
Stattdessen orientierte er sich nach Wermelskirchen, wo man ihm
sogleich ein "Filetstück" anbot. Die Alternativen der Remscheider
Wirtschaftsförderung in Hasten und Bergisch Born konnten da nicht
mithalten.
"Wir bedauern sehr, dass wir nicht konkurrieren konnten", sagt
Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein, bestreitet jedoch die
ausschließlich positiven Signale: "Wir hatten mit dem Bauvorhaben immer
Schwierigkeiten." Das endgültige Aus sei aus Düsseldorf gekommen. Das
Grundstück liege nämlich nicht nur im Landschaftsschutzgebiet, sondern
auch in einem "regionalen Grünzug". Solche zusammen hängenden
Grünflächen seien geschützt. "Wir haben uns wirklich Mühe gegeben",
betont Sonnenschein. "Aber da war nichts möglich."
Das sieht Michael Wisniewski anders. Für ihn sind Politik und
Verwaltung selbst daran Schuld, dass Jobs und Gewerbesteuern verloren
gehen. "Hätten die das wirklich gewollt, hätten sie das Grundstück aus
dem Landschaftsschutz rausgenommen", glaubt er. "Aber die haben sich
gar nicht mehr gerührt - nach dem Motto: Lass uns mit dem Thema
zufrieden."
BORNEMANN GMBH
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Die Anfänge des mittelständischen Unternehmens lagen in der
Graviertechnik. Inzwischen sind Fräs- und Erodiertechnik sowie
Laserbeschriftung hinzu gekommen, außerdem die Herstellung spezieller
Werkzeuge. Kunden sind die Automobil-, Werkzeug und Werbebranche.
- Weitere Infos: www.gravur.de
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