Remscheid
Unternehmer hängt in der Luft
VON ALEXANDRA KEMP
Die Bornemann GmbH ist ein Fachbetrieb für Gravier-,
Fräs- und Erodiertechnik. Geschäftsführer Michael Wisniewski zeigt
die Führungsplatte einer Gangschaltung, in die sein Betrieb das
Ferrari-Pferd graviert. Archivfoto: Nico Hertgen
(RP) Die Bornemann GmbH möchte ihren
Betrieb auf eigenem Grundstück erweitern. Doch entgegen ursprünglicher
Zusagen will die Stadtverwaltung offenbar nun ihre Genehmigung verweigern.
Das Ziel ist eigentlich ganz nah. Die Bornemann
GmbH will expandieren. Dem Firmensitz direkt gegenüber liegt ein
Grundstück, das für diese Zwecke gut geeignet wäre. Es gehört dem
Unternehmen und bietet genügend Platz für eine Werkhalle von 1200
Quadratmetern Grundfläche, die der 25 Mitarbeiter zählende Betrieb
so dringend braucht.
Doch dieses Ziel scheint für Geschäftsführer Michael
Wisniewski plötzlich in weite Ferne gerückt. Die Stadtverwaltung
will den bereits gestellten Bauantrag womöglich ablehnen, weil das
Grundstück in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. Eine Argumentation,
die Wisniewski überrascht: In einem Vorgespräch war von diesem Hindernis
nicht die Rede.
Geld wurde bereits ausgegeben
Mit mehreren Vertretern des Baudezernates habe er
damals seine Pläne erörtert, erinnert sich Wisniewski. Nein, dies
sei kein Alleingang des damaligen Baudezernenten Kennepohl gewesen,
„es haben mehrere Personen an einem Tisch gesessen“.
Die Stadt habe aufgrund des Zeitdrucks im Eilverfahren ein Genehmigungsmodell
entwickelt, durch das er sich bestärkt sah, den Bauantrag einzureichen.
Er bestellte mehrere Maschinen, die im Mai geliefert werden sollen.
Außerdem verlegte die EWR Leitungen auf dem Gelände. 150 000 Euro
kosteten die Arbeiten, mehr als zehn Prozent davon zahlte Wisniewski.
Nun aber sieht er sich in vollem Lauf gebremst.
Das erstaunt ihn umso mehr, als dass die Stadt unweit seines Grundstückes
– ebenfalls im Landschaftsschutzgebiet – Waldfläche
für eine gehobene Wohnsiedlung roden lassen will. Wird hier mit
zweierlei Maß gemessen?
Wisniewski steht unter Druck. Bis Ende dieses Jahres
muss er einen positiven Bescheid erhalten, ansonsten sieht er sich
gezwungen, seinen Standort zu verlagern. Keine Drohung, sondern
zwingende Notwendigkeit, um den Fortbestand des Betriebes zu sichern.
Angebote aus Wermelskirchen, Hückeswagen und weiterer Städte liegen
dem Unternehmer bereits vor.
Unter
Zeitdruck
Unter Zeitdruck
Die Erweiterungspläne der Firma Bornemann sollen der Stadtverwaltung
seit März 2006 bekannt sein. Das Gespräch am runden Tisch
lief im Frühjahr 2007.
Die Firma braucht bis Ende 2007 einen positiven Bescheid.
Im Mai 2008 soll die Produktion in der neuen Werkhalle anlaufen.
„Eine Katastrophe“, sagt die Wählergemeinschaft
in Remscheid (W.i.R.), die sich des Themas angenommen hat und darüber
gestern in einem Pressegespräch informierte. Sie will zum einen
klarstellen, dass das jetzige Dilemma nicht dem Baudezernenten zu
verdanken sei, wie es gerüchteweise heiße. Zum anderen „können
wir jetzt noch etwas retten“, sagt Fraktionschef Wieland Gühne.
„Der Unternehmer braucht Planungssicherheit.“ Weil das
auch die CDU so sieht, wollen beide Parteien das Thema im Bauausschuss
vom 9. Oktober auf die Tagesordnung setzen. Am 12. Oktober hat Wisniewski
zudem einen Gesprächstermin mit Oberbürgermeisterin Beate Wilding.